Mit Rückflußdämpfung DRL wird u.a. eine Leitungseigenschaft von Antennenkabeln beschrieben.
Sie stellt das Verhältnis von "hinlaufenden" (P) zu "rücklaufenden" bzw. "reflektierten" (P) Anteilen der Leistung P, Spannung U oder Strom I in einer Hochfrequenzleitung dar.
Rückflußdämpfung:
Rückflußdämpfungsfaktor R:
R = Rückflußdämpfungsfaktor [1]
Ph = Leistung "hinlaufend" [W]
Pr = Leistung "rücklaufend" [W]
Uh = Spannung (hinlaufend) [V]
Ur = Spannung (rücklaufend) [V]
r = Reflexionsfaktor [1]
Rückflußdämpfungsmaß αr:
αr = Rückflußdämpfungsmaß [dB]
Ph = hinlaufende Leistung [W]
Pr = rücklaufende Leistung [W]
R = Rückflußdämpfungsfaktor [1]
r = Reflexionsfaktor [1]
Die Rückflußdämpfung DRL wird als eine längenunabhängige aber frequenzabhängige Leitungseigenschaft bei Antennenkabeln von den Herstellern angegeben, d.h. jedes Kabel weist diese Dämpfung auf und wird in den Datenblättern i.d.R. in Form des Rückflußdämpfungsmaßes αr zu definierten Frequenzbereichen angegeben.
Die Rückflußdämpfung DRL als Leitungseigenschaft ist ein Maß für die Reflexionen die durch Inhomogenitäten des Leitungswellenwiderstands ZL innerhalb des Kabels auftreten.
Neben der Leitungseigenschaft kann durch Fehlanpassung eine zusätzliche Rückflußdämpfung DRL hinzukommen.
Ist in einem HF-System keine Leistungsanpassung (Ri = Ra) gegeben, kann u.a. über den Wellenwiderstand ZW und die Lastimpedanz ZV der Reflexionsfaktor r ermittelt und das Rückflußdämpfungsmaß αr errechnet werden.
Reflexionsfaktor r:
r = Reflexionsfaktor [1]
Ur = Spannung (rücklaufend) [V]
Uh = Spannung (hinlaufend) [V]
Ir = Stromfluss "rücklaufend" [A]
Ih = Stromfluss "hinlaufend" [A]
Pr = Leistung (rücklaufend) [W]
Ph = Leistung (hinlaufend) [W]
ZV = Lastimpedanz [Ω]
ZW = Wellenwiderstand (1,2 vor/nach der Schnittstelle) [Ω]
s = Stehwellenverhältnis [1]
Der Begriff Rückflußdämpfung DRL wird (etwas verwirrend) synonym für den Rückflußdämpfungsfaktor R und das Rückflußdämpfungsmaß αr verwendet.
Das Rückflußdämpfungsmaß αr stellt den logarithmierten Rückflußdämpfungsfaktor R dar.
Mit Rückflußdämpfung DRL ist i.d.R. das Rückflußdämpfungsmaß αr gemeint, gelegentlich auch als Rückflußdämpfungsfaktor (dB) bezeichnet.
Den Begriff Rückflußdämpfungsmaß gibt es "eigentlich" nicht in der Literatur. Das logarithmierte Verhältnis zweier vergleichbarer Größen, von denen keiner ein definierter Bezugswert ist, ist auf diesen Seiten als Maß L definiert. In diesem Sinne ist für eine bessere Übersichtlichkeit der logaritmierten Rückflußdämpfung das Wort Maß angefügt, bzw. der logaritmierte Rückflußdämpfungsfaktor (dB) ersetzt worden.
Rückflußdämpfung DRL oder
Rückflußdämpfungsfaktor R vs. Rückflußdämpfungsmaß αr
Der Begriff Rückflußdämpfung DRL wird i.d.R für den logarithmierten Rückflußdämpfungsfaktor R verwendet und um die Verwirrung perfekt zu machen als Rückflußdämpfungsfaktor (dB) oder Rückflußdämpfung αr in der Literatur aufgeführt.
Auf diesen Seiten wird der Rückflußdämpfungsfaktor R von dem Rückflußdämpfungsmaß αr unterschieden:
Rückflußdämpfungsfaktor R:
Der Rückflußdämpfungsfaktor R beschreibt das Verhältnis von hinlaufender Leistung Ph zu rücklaufender Leistung Pr in einem Antennenkabel oder HF-System.
Rückflußdämpfungsmaß αr:
Das Rückflußdämpfungsmaß αr ist der logarithmierte Rückflußdämpfungsfaktor R und beschreibt das Verhältnis von hinlaufender Leistung Ph zur rücklaufenden Leistung Pr in einem Antennenkabel.
| Ph / Pr | Pr (%) | R | r | αr | s |
|---|---|---|---|---|---|
| 100/ 0,00 | 0,00 | ∞ | 0,000 | ∞ | 1,00 |
| 100/ 0,01 | 0,01 | 10.000 | 0,010 | 40 dB | 1,02 |
| 100/ 0,02 | 0,02 | 5.000 | 0,014 | 37 dB | 1,03 |
| 100/ 0,05 | 0,05 | 2.000 | 0,022 | 33 dB | 1,05 |
| 100/ 0,1 | 0,1 | 1.000 | 0,032 | 30 dB | 1,07 |
| 100/ 0,2 | 0,2 | 500 | 0,045 | 27 dB | 1,09 |
| 100/ 0,5 | 0,5 | 200 | 0,071 | 23 dB | 1,15 |
| 100/ 1 | 1 | 100 | 0,100 | 20 dB | 1,22 |
| 100/ 2 | 2 | 50 | 0,141 | 17 dB | 1,33 |
| 100/ 5 | 5 | 20 | 0,224 | 13 dB | 1,58 |
| 100/ 10 | 10 | 10 | 0,316 | 10 dB | 1,92 |
| 100/ 20 | 20 | 5 | 0,447 | 7 dB | 2,62 |
| 100/ 50 | 50 | 2 | 0,707 | 3 dB | 5,83 |
| 100/ 100 | 100 | 1 | 1,000 | 0 dB | ∞ |
|
Rückflußdämpfungsmaß αr |
||
|---|---|---|
| Koaxialkabel | Frequenzbereich | αr |
| RG 58 CU | 30 - 450 Mhz | > 28 dB |
| 450 - 1000 Mhz | > 25 dB | |
| 1000 - 2000 MHz | > 20 dB | |
| Hyperflex 5 | 0,3 - 600 Mhz | ≥ 28 dB |
| 600 - 1200 MHz | > 25 dB | |
| 1200 - 2000 MHz | ≥ 22 dB | |
| H 2010 | 0,3 - 600 Mhz | ≥ 30 dB |
| 600 - 1200 MHz | > 25 dB | |
| 1200 - 2000 MHz | ≥ 20 dB | |
Rückflußdämpfungsmaß αr Frequenzabhängigkeit:
Ersatzschaltbild: Wellenwiderstandsbeläge
L' = Induktivitätsbelag [Hm-1]
R' = Widerstandsbelag [Ωm-1]
G' = Ableitungsbelag [Sm-1]
C' = Kapazitätsbelag [Fm-1]
Der Induktivitätsbelag L' und der Kapazitätsbelag C' sind abhängig von der Länge l der Leitung und der Frequenz f des Signals.
Bei lange Leitungen oder hohen Frequenzen haben sie einen großen Einfluß auf das Leitungsverhalten.
Für kurze Leitungen und niedrige Frequenzen sind sie eher vernachlässigbar.
Der Widerstandsbelag R' ist natürlich auch längenabhängig, die Betonung liegt hier aber auf der Frequenzabhängigkeit und somit auf der Kapazität C und Induktivität L.
?> und Induktivität L.
| J |
| O |
| U |
| X |
| Y |